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Geschlossene Fonds:

Das Segment der geschlossenen Fonds hat sich in den letzten Jahren gewandelt. War es bis vor kurzem noch ein reines Steuerspar-Segment, so entwickelt es sich immer mehr als Instrument zur breiteren Diversifizierung von Anlegerdepots. Darüber hinaus bieten geschlossene Fonds Lösungen für wirtschaftliche und steuerliche Problemstellungen.

Grundsätzlich kann man steueroptimierte und renditeorientierte Beteiligungen unterscheiden.

Steuerlich orientierte Beteiligungen starten in der Regel mit einem negativen steuerlichen Ergebnis, welches dem Anleger ermöglicht, seine Steuer entweder mit der Einkommensteuererklärung oder vorab durch Eintragung auf die Steuerkarte zu senken.

Renditeorientierte Anlagen machen sich die moderne Portfoliotheorie von Prof. Markovitz zunutze. Markovitz hat nachgewiesen, dass das Risiko eines traditionellen Anlageportfolios, bestehend aus Aktien und Anleihen, erheblich gesenkt und das Ertragspotential dieses Portfolios gesteigert werden kann, wenn diesem Portfolio ein kleiner Teil eines alternativen Investments beigemischt wird.

Weiterhin nutzen diese Anlageformen Freigrenzen aus und bieten den Anlegern die Möglichkeit, Ausschüttungen mit geringeren Steuern oder gar nahezu steuerfrei zu vereinnahmen.

Alle Geschlossenen Fonds haben gemeinsam, dass Investitionen nur dann lohnen, wenn die finanzierten Objekte wirtschaftlich sinnvoll sind.

Schiffsbeteiligungen:

Schiffsbeteiligungen sind unternehmerische Beteiligungen mit mittelfristigen Laufzeiten. Der Anleger profitiert einerseits aus den jährlichen Ausschüttungen und der Ausschüttung bei Veräußerung des Schiffes. Andererseits wirken sich auch die persönlichen Steuerminderungen auf Verluste bzw. Steuerzahlungen auf Gewinne aus der Beteiligung auf die Rendite aus. Fast alle Beteiligungen optieren während der Laufzeit in die Tonnagebesteuerung und generieren nahezu steuerfreie Ausschüttungen (mit Ausnahme des sogenannten Unterschiedsbetrages, der mit Verkauf des Schiffes versteuert werden muss). Einige Modelle (reine Tonnagesteuerfonds, Vorzugskapital, stille Beteiligungen) verzichten ganz auf einen Anfangsverlust.

Kaum ein Segment der Geschlossenen Fonds ist so komplex wie der Markt der Schiffsbeteiligungen. Am gängigsten sind immer noch die Containerschiffe. Das ist in erster Linie dadurch begründet, dass es sich bei diesem Markt um einen starken Wachstumsmarkt handelt. Interessant ist auch, dass derzeit weniger als 10% der Weltmarktflotte Containerschiffe sind. Unter dem Oberbegriff Containerschiffe fasst man kleine Zubringer von 500 TEU bis zu großen Post-Panamaschiffen von über 8.000 TEU zusammen, so dass dieses Segment auch fast alle anderen Segmente der Schiffsbeteiligungen sehr inhomogen ist.

Tanker verdanken Ihre Attraktivität anderen Gründen: Nach dem sogenannten "Phase Out" - Programm in Verbindung mit den verschärften Regeln der International Maritime Organization werden in den nächsten Jahren zahlreiche Einhüllentanker aus der Fahrt genommen. Bis zum Jahr 2007 müssen rund 45 % aller derzeit fahrenden Rohöltanker ersetzt werden. Bereits heute lehnen viele Öl- und Chemie-gesellschaften den Einsatz von Einhüllentankern ab, diesbezüglich ist eine Investition in einen Doppelhüllentanker sinnvoll.

Bulker oder auch Massengutschiffe befördern sogenannte trockene Massengüter (Kohle, Erz, Schutt, Getreide usw.). Es handelt sich auch hier um einen stabilen Wachstumsmarkt, dem allerdings nicht die Dynamik des Containermarktes zugrunde liegt. Andere Märkte wie Schwergut- oder Massengutfrachter weisen kaum bis keine Wachstumstaten auf, es muss aber alte Tonnage ersetzt werden.


Medienfonds:

Bei Medienfonds investiert der Anleger in die Produktion eines oder mehrerer Kinofilme. Die Anleger sind an den Verlusten und Gewinnen der Gesellschaft beteiligt und bekommen Ergebnisse zugewiesen. Da die Investition in immaterielle Wirtschaftsgüter nicht aktivierbar ist, fallen die Kosten in der Regel anfangs als negative Einkünfte an. In der Folgezeit werden die negativen Einkünfte durch die positiven Einkünfte (Ausschüttungen müssen voll versteuert werden) überkompensiert. Voraussetzung für die Anerkennung des Anfangsverlustes ist der Medienerlass vom 17.08.2000, der unter anderem am 05.08.2003 erweitert wurde. Die Anerkennung der Anfangsverluste kann demnach nur dann erfolgen, wenn der Fonds nachweist, dass er der Hersteller der Filme ist (Herstellereigenschaft). Im Medienerlass heißt es, dass allein die Zustimmung zu den vom Initiator vorgelegten Konzepten oder Vertragsentwürfen keine ausreichende Einflussnahme bedeuten und die Gesellschafter vielmehr über die wesentlichen Vertragsgestaltungen und deren Umsetzung tatsächlich selbst bestimmen können müssen. In der Praxis wird das heißen, dass in der Gesellschafter-versammlung am Jahresende verschiedene Film-projekte vorgestellt werden und die Gesellschafter darüber abstimmen werden, welche Projekte realisiert werden.

Der Medien- und Entertainment- Markt setzt weiter auf Expansion.

Ähnlich wie Medienfonds funktionieren auch andere Entertainmentfonds, die z. B. in Musik oder auch Videospiele investieren. Diese sind vor allem für Anleger geeignet, die bereits in Medienfonds investiert haben und ihr Portfolio weiter streuen wollen.


Immobilienfonds:


Der Anleger investiert in eine oder mehrere Büro- Geschäfts- Wohn- Klinik- Immobilien in verschiedenen Wachstumsmärkten und erweitert sein Portfolio. Waren in der Vergangenheit im Bereich der Auslandsimmobilienfonds die USA und die Niederlande die wichtigsten Märkte, so werden international aufstrebende Volkswirtschaften wie Kanada und Osteuropa bzw. das traditionell stark mit Osteuropa verbundene Österreich eine immer wichtigere Rolle spielen.

Mit der Beteiligung an einem Geschlossenen Auslandsimmobilienfonds kann der Anleger laufende Einkünfte, die einer hohen deutschen Steuerlast unterliegen, ins Ausland verlagern. Durch die Ausnutzung z. B. einer Nichtveranlagungsgrenze oder einer geringeren Eingangbesteuerung im Ausland, kann der Anleger seine Steuerlast in Deutschland erheblich senken. Es bleibt allerdings die Anwendung des sogenannten Progressionsvorbehaltes, der dazu führt, dass die Ersparnis bei Anlegern mit sehr hohen Einkommen wesentlich größer ist als bei Anlegern mit mittleren Einkommen

Bei deutschen Immobilienfonds ist der Anleger an den Gewinnen und Verlusten der Gesellschaft beteiligt. Steuerlich interessant ist die Tatsache, dass die Ausschüttungen in der Regel nicht in voller Höhe steuerpflichtig sind.


Umweltfonds:

Umweltfonds investieren in verschiedene Träger erneuerbare Energien. Sie stellen mittlerweile sowohl national als auch international einen ernstzu-nehmenden, stark expandierenden Wirtschaftsfaktor dar. Die am 08.04.2004 vom Bundestag verabschiedete Weiterentwicklung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) gibt Kapitalanlegern, die in Projekte dieses Segments in Deutschland investieren wollen, die nötige Sicherheit. Auch in anderen europäischen Ländern sorgen ähnliche Gesetze für mehr Rechtssicherheit in diesem Bereich.
Der bekannteste Energieträger ist der Wind. Windkraftbeteiligungen erfreuen sich seit langem einer großen Beliebtheit. Die Entwicklung der Windenergie in den letzten Jahren zeigt in Deutschland steil nach oben.

Neben Windkraftfonds spielen auch andere Energieträger wie Biomasse und Solar (Photovoltaik) eine Rolle. Im Windkraftbereich werden zudem Offshore-Parks immer attraktiver. Erneuerbare Energien werden in der EU weiter gefördert. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Anteil der Erneuerbaren Energien wie Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaik von 13 auf 21 Prozent in der Europäischen Union erhöhen.

Die Beteiligungen in ausländische Projekte erfolgt in Form reiner Renditefonds. Bei der Investition in Deutschland haben die Anleger zunächst negative steuerliche Einkünfte; in der Folge dann positive Einkünfte, welche die Anfangsverluste überkompensieren.



Private Equity und Venture Capital

Bei Venture Capital und Private Equity beteiligen sich Investoren am Eigenkapital wachstumsstarker Unternehmen, um im Gegenzug an deren wirtschaftlichem Erfolg zu partizipieren. Private Equity ist die Investition in Unternehmen, die einen Bedarf an Eigenkapital haben. Diese Art der Investition ist stark mit dem Gründergedanken verbunden. Die Zugabe von Eigenkapital unterstützt heute Unternehmen in den verschiedensten Phasen: ihrer Gründung, ihrer Expansion, ihrer Internationalisierung, der Ausgliederung von Unternehmensteilen, der Übernahme durch das eigene Management und vielen weiteren Phasen, in denen Bedarf an Eigenkapital besteht.

Dieser Markt ist ein Wachstumsmarkt. Gerade in Zeiten, in denen Banken nur sehr schleppend Finanzmittel für Unternehmen zur Verfügung stellen, wird dieser Bereich immer wichtiger und auch immer rentabler für die Investoren. Die Graphik zeigt, wie dieser Bereich von Unternehmen eingeschätzt wird.

Die Beteiligung an einen Private Equity-/Venture Capital-Fonds ist aufgrund des vermögens-verwaltenden Charakters der Beteiligung in der Regel steuerfrei.


Containerfonds:

Der Containermarkt ist einer der dynamischsten Wachstumsmärkte überhaupt. Zwei verschiedene Faktoren führen zu dem Wachstumspotential:

Erstens:
Die vor allem durch die asiatischen Staaten angekurbelte Weltwirtschaft wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren stark wachsen. Der IWF erwartet z. B. für dieses Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft von 4,6 Prozent nach 3,9 Prozent im vergangenen Jahr.

Zweitens:
Der Drang zur Standardisierung, vor allem im Transportwesen führt dazu, dass immer mehr Güter mit Standard-Containern transportiert werden können.

Anleger haben hier die Möglichkeit, teilweise über jahrelang bewährte Konzepte mit hohem Sicherheitspotential, von diesem Wachstumsmarkt zu profitieren.


Lebensversicherungsfonds:

Diese Fonds investieren in gebrauchte Lebens-versicherungspolicen. Es gibt hier zwei Ansätze.

Bei den Kapitallebensversicherungsfonds kauft der Fonds Kapitallebensversicherungspolicen über bekannte Provider (Cash life, BC Net). Die Preise der Policen liegen unter dem inneren Wert, aber über dem Rückkaufwert der Versicherungsgesellschaften. Der Fonds zahlt die Prämien bis zur Fälligkeit. Die gekauften Policen haben unterschiedliche Fälligkeiten, so dass der Fonds während der Laufzeit sukzessive ausschütten kann. Der Anleger ist bei den in der Regel deutschen Kapitallebensversicherungsfonds gewerblich an den Verlusten und Gewinnen der Gesellschaft beteiligt.

Während bei den Kapitallebensversicherungen die Korrelation zum Kapitalmarkt recht hoch ist, haben die Risikolebensversicherungen den Vorteil, dass sie praktisch unabhängig von dem Kapitalmarkt ihre Rendite erzielen. Die Idee ist, dass der Anleger eine Risikolebensversicherungs-Police eines Versicherten (über einen sogenannten Provider) kauft. Die Prämien werden vom Fonds weiterbezahlt und der Fonds erhält die Versicherungsprämie bei Fälligkeit der Police (in der Regel Ableben des Versicherten). Der Versicherte hat den Vorteil, dass er aufgrund des Verkaufes der nicht mehr benötigten Police finanzielle Freiräume erhält und der Fonds kann für Anleger eine attraktive Rendite erwirtschaften



Leasingfonds:

Die klassischen Leasingfonds sind die ersten großen Verlierer der Steuerreform. Zum einen ist der §34, die Besteuerung des Wiederaufgabegewinns mit dem halben durchschnittlichen persönlichen Steuersatz, entfallen, welche bei den Leasingkonstruktionen den Renditeschwerpunkt darstellte. Dann für die Gruppe der Flugzeug-Leasingfonds der §2a: So ein Flieger erzielt die Mehrheit seiner Einkünfte im Ausland. Außerdem kommt noch der §2b hinzu: Die Rendite der klassischen Leasingfonds besteht fast nur aus Steuervorteilen. Gemäß §2b darf diese aber nicht doppelt so hoch sein wie die Vorsteuerrendite. Und als letztes: Weil der Anleger als Leasinggeber kaum noch ein unternehmerisches Risiko trägt, soll er auch nicht von den Verlustzuweisungen profitieren, sagt der Fiskus in Bezug auf die hohe Sicherheit klassischer Leasingfonds. Ups, kein Paragrafenfettnapf, in welche die klassischen Leasingfonds nicht hineintapsen. Gab es im letzten Jahr noch konzeptionelle Versuche, trotzdem den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, beschränkt sich dieser Markt 2003 auf ein einziges Angebot mit einer Planrendite von 2,5%.


Sparpläne:

Im Rahmen einer Asset-Allokation des Kunden stellen Sparpläne kein eigenes Anlage-Segment. Sie gewinnen aber immer stärker an Bedeutung. Folgende Überlegung liegt diesem zugrunde: Gerade in Zeiten sehr volatiler Börsen ist eine Einmal-Investition in Aktienfonds mit großen Risiken verbunden und fordert viel Know-how über das jeweilige Investitionsumfeld. Spart man allerdings Aktienfonds monatlich an, hat man durch den sogenannten Cost-Average-Effekt ein erheblich geringeres Risiko.

Im Bereich der geschlossenen Fonds werden einige Ergänzungsprodukte angeboten, die eine geringe oder gar keine Korrelation zum Aktienmarkt aufweisen. Sie eignen sich hervorragend, um einen Aktiensparplan zu diversifizieren.


Spezialfonds:

Diese Fonds eignen sich für Anleger, die eine bestimmte Problemstellung haben. Es gibt Fonds, die Vorteile im Falle einer größeren Übertragung von Vermögen bzw. auch im Falle der Auflösung von 6b-Rücklagen oder des Verkaufs von Kapitalanlagegesellschaften Vorteile bieten.


Fondsarten:












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